„Fingierte Grenzen – Aktion Kámen": Eine bewegende Zeitreise mit dem OVIGO Theater
Mit dem OVIGO Theater habe ich mich auf die geführte Schauspielwanderung „Fingierte Grenzen – Aktion Kámen" begeben, ein Erlebnis, das mich noch lange beschäftigen wird.
Ein dunkles Kapitel der Grenzgeschichte
Das zweisprachige deutsch-tschechische Projekt erinnert an ein Kapitel, das viel zu wenig bekannt ist: Zwischen 1948 und 1951 errichtete die tschechoslowakische Geheimpolizei an mehreren Stellen im Grenzland eine fingierte Staatsgrenze, mit falschen deutschen Zollämtern und angeblichen Räumen der amerikanischen Spionageabwehr. Menschen, die in den Westen flüchten wollten, tappten in diese sorgfältig geplanten Fallen und glaubten sich bereits in Sicherheit, während in Wahrheit ihre Verhaftung bevorstand. Unzählige Menschen fielen dieser perfiden „Aktion Kámen" zum Opfer.
Geschichte hautnah erlebt
Unter der Regie von Florian Wein und Maria Oberleitner führte mich die Wanderung über einen schönen Weg auf deutscher Seite hinüber nach Tschechien, direkt auf den Originalspuren dieser Geheimdienst-Aktion. Die falschen Grenzen und Zollhäuser existieren an manchen Stellen bis heute und stehen als stille Zeugen für die menschenverachtenden Machenschaften, die sich einst mitten in unserer Heimat abgespielt haben.
Es macht einen großen Unterschied, ob man von so etwas liest oder tatsächlich an den Originalschauplätzen steht. Genau das ist die Stärke dieses Formats.
Ein wichtiges Angebot für unsere Grenzregion
Für den Sommer 2026 bietet das OVIGO Theater die Wanderung wieder an vier Standorten an: Bärnau/Pavlova Huť, Selb-Wildenau/Aš, Waldsassen/Svatý Kříž und als besonderes Wander-Special in Stadlern/Václav. Die regulären Führungen kosten 12 Euro, ermäßigt 6 Euro, exklusive Gruppentermine sind ebenfalls buchbar.
Ich kann diese besondere Wanderung nur wärmstens empfehlen und danke dem OVIGO Theater für dieses wichtige Stück Erinnerungsarbeit in unserer Grenzregion.

