Zu Besuch bei Anka-Draht in Neunburg: „Uns geht's gut, weil wir unsere Hausaufgaben machen“

Rund 100 Tonnen Kupfer verlassen jeden Tag das Werk von Anka-Draht in Neunburg vorm Wald, verteilt auf 10 bis 15 Lkw. Am 9. Oktober habe ich mir den Familienbetrieb mit seinen 190 Beschäftigten genauer angeschaut.

Ein Familienbetrieb mit langer Geschichte

Anka-Draht wurde Ende der 1960er-Jahre von Andreas und Kamilla Insinger gegründet, 1971 lief die Produktion an. Aus dem Kupfer entstehen Drähte, Litzen und Geflechte, blank und verzinnt. Zwei Drittel davon landen zum Beispiel in Kabeln.

Heute führt Andreas Insinger das Unternehmen in zweiter Generation. Weil er schon vor der Übergabe Verantwortung tragen durfte, lief der Wechsel ohne Bruch. So eine geplante Übergabe wünsche ich mir für viele Familienbetriebe in unserer Region.

Gute Aufträge, hohe Kosten

Die Auftragslage ist gut, die Hälfte des Umsatzes kommt aus dem EU-Ausland. „Uns geht's gut, weil wir unsere Hausaufgaben machen“, sagt Insinger. Dazu gehört auch eine eigene Schlosserei, damit die Maschinen nicht lange stillstehen.

Sorgen machen ihm die Kosten. Rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom braucht der Betrieb, dazu kommen teure Ziehöle und hohe Transportkosten. Gegen die Konkurrenz aus dem Ausland ist das ein echter Nachteil. Offen gesprochen haben wir auch über Bürokratie, die Verpackungsverordnung und die CO₂-Bepreisung. Was vielen Unternehmern fehlt, ist das Gefühl, dass es politisch in die richtige Richtung geht.

Ein klares Bekenntnis zu Neunburg vorm Wald

Trotz allem steht Andreas Insinger zum Standort Neunburg vorm Wald. Dafür habe ich mich ausdrücklich bedankt. Betriebe wie dieser sichern Arbeitsplätze vor Ort und engagieren sich für unsere Stadt. Seine Anliegen nehme ich mit nach München.

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