#ScharfNachgedacht: Leistung muss sich wieder lohnen

Leistung muss sich lohnen. Dieser Grundsatz wird im Alltag oft infrage gestellt, obwohl er eigentlich selbstverständlich sein sollte.

In vielen Gesprächen im Stimmkreis habe ich in den vergangenen Monaten immer wieder das gleiche Signal gehört. Wer mehr arbeitet, spürt davon zu wenig im Geldbeutel. Gerade im Handwerk, in der Industrie oder in der Gastronomie berichten Beschäftigte und Betriebe übereinstimmend, dass zusätzliche Arbeit häufig kaum einen echten finanziellen Unterschied macht. Genau an diesem Punkt läuft etwas schief. Der Austausch mit der Bauinnung hat noch einmal deutlich gemacht, wie groß der Handlungsdruck inzwischen ist.

Mehrarbeit entsteht nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sie gebraucht wird. Aufträge müssen abgearbeitet werden, Personal fehlt, Termine müssen gehalten werden. Gleichzeitig stehen viele Betriebe unter Druck, weil Fachkräfte knapp sind. In dieser Situation ist es entscheidend, die richtigen Anreize zu setzen. Wenn zusätzlicher Einsatz steuerlich nahezu verpufft, dann sendet das das falsche Signal.

Ich bin überzeugt, dass wir hier dringend gegensteuern müssen. Zuschläge für Mehrarbeit, die über die vereinbarte Arbeitszeit hinausgehen, sollten steuerlich begünstigt werden. Es geht nicht um neue Verpflichtungen für Unternehmen, sondern um bessere Rahmenbedingungen. Wer bereit ist, mehr zu leisten, soll davon auch sichtbar profitieren.

Dabei darf eines nicht passieren: dass Mitarbeiter irgendwann sagen, es lohnt sich nicht mehr. Genau diese Haltung können wir uns angesichts des Fachkräftemangels nicht leisten. Wir brauchen Motivation statt Frust, und wir brauchen ein System, das Leistung anerkennt, statt sie auszubremsen.

Die Grundlage dafür ist eigentlich längst gelegt. Auf Bundesebene ist die steuerliche Entlastung von Mehrarbeitszuschlägen bereits angekündigt. Was fehlt, ist die Umsetzung. Genau hier braucht es jetzt Tempo und klare Entscheidungen. Weitere Verzögerungen helfen niemandem – weder den Betrieben noch den Beschäftigten.

Mir ist wichtig, dass bestehende Modelle in den Unternehmen weiterhin funktionieren. Arbeitszeitkonten oder flexible Regelungen haben sich vielerorts bewährt. Es geht nicht darum, funktionierende Systeme zu ersetzen, sondern zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen.

Am Ende steht eine einfache Frage: Wie gehen wir mit Leistung um? Wenn wir wollen, dass unser Land wirtschaftlich stark bleibt, dann müssen wir den Einsatz der Menschen stärker in den Mittelpunkt stellen. Mehrarbeit darf kein Nachteil sein. Sie muss sich lohnen – spürbar und fair.

Auf meine Initiative hat die Landtagsfraktion einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag im Plenum eingebracht, der den Bund auffordert zu handeln.

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