Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus in Nürnberg

Am 26. Januar 2026 fand im Historischen Rathaussaal des Rathauses Wolff’scher Bau in Nürnberg der Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Der Bayerische Landtag erinnerte damit an die Millionen Menschen, die durch das nationalsozialistische Unrechtsregime verfolgt, entrechtet und ermordet wurden.

Der Gedenkakt machte deutlich, dass Erinnerung mehr ist als ein Blick in die Vergangenheit. Sie ist Verpflichtung für die Gegenwart und Verantwortung für die Zukunft. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen und zunehmender Polarisierung bleibt das Gedenken ein wichtiger Bestandteil unserer demokratischen Kultur.

Würdiges Programm mit Musik und persönlichen Worten

Musikalisch wurde der Gedenkakt unter anderem durch Werke jüdischer Komponisten gestaltet. Zu hören waren ein Wiener Lied von Emmerich Kálmán aus der Operette Die Herzogin von Chicago sowie das Duett Good Night von Paul Abraham aus der Operette Viktoria und ihr Husar. Den musikalischen Abschluss bildete Eine kleine Sehnsucht von Friedrich Hollaender aus der Bühnenmusik zu Fritz von Unruhs Phaea. Die Musik verlieh dem Gedenken eine besondere Tiefe und Emotionalität.

Die Begrüßung und Gedenkansprache hielt Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags. In ihren Worten betonte sie die Bedeutung des Erinnerns als Grundlage für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde.

Weitere Gedenkworte sprachen Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, sowie Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg. Beide machten deutlich, wie wichtig eine lebendige Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit der Geschichte an authentischen Orten ist. Ein persönlicher Beitrag kam zudem von Martin Moszkowicz, Filmproduzent, der die Bedeutung von Erinnerung auch aus kultureller und biografischer Perspektive beleuchtete.

Erinnerung als Auftrag

Der Gedenkakt erinnerte eindringlich daran, wohin Ausgrenzung, Hass und die Missachtung von Menschenrechten führen können. Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit bleibt eine dauerhafte Aufgabe – nicht nur für Politik und Institutionen, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Im Anschluss an den Gedenkakt lud die Präsidentin des Bayerischen Landtags zu einem Empfang in der Ehrenhalle des Rathauses Wolff’scher Bau ein, der Raum für Gespräche und persönlichen Austausch bot.

Das gemeinsame Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus ist und bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Verantwortung: für ein friedliches Miteinander, für den Schutz der Menschenwürde und für eine wehrhafte Demokratie.

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