Firmenbesuch bei Süß in Nabburg: Einblicke in den Mittelstand

Gemeinsam mit der FW Nabburg habe ich das Unternehmen Mietservice Süß GmbH & Co. KG in Nabburg besucht und mir dort ein Bild von den Herausforderungen der Branche für Kranvermietung und Arbeitsbühnen gemacht. Firmengründer Sigmund Süß hielt die Präsentation, sein Sohn, der inzwischen die technische Leitung verantwortet, sowie Robert Süß als kaufmännischer Leiter gaben spannende Einblicke in ein Geschäftsfeld, das zunehmend unter wirtschaftlichem Druck steht. Begleitet wurde ich von Altbürgermeister Josef Fischer, der 2. Bürgermeisterin, Kreisrätin und Stadträtin Irene Ehemann sowie Norbert Irlbacher und Marie-Theres Brell von den Freien Wählern.

„Lösungen mit System": Ein breites Portfolio

Das Familienunternehmen deckt mit seinem Portfolio die gesamte Bandbreite an Arbeitsbühnen ab, von kleinen Senkrechtliften bis zur Teleskoparbeitsbühne mit 48 Metern Arbeitshöhe, dazu Scherenarbeitsbühnen, Frontstapler mit bis zu 18 Tonnen Hubkraft sowie Tele- und Rotostapler. Der stärkste Pick & Carry-Kran im Bestand bringt es auf eine Hubkraft von 65 Tonnen, der größte Rotostapler ist bis zu 35 Meter teleskopierbar. Süß setzt dabei auf Geräte von über 20 Herstellern weltweit, darunter Toyota, Genie, Manitou, Haulotte und JLG.

Das Unternehmen gliedert sich in fünf Sparten: Vermietung, Service, Schulung, Dienstleistung mit Schwerpunkt Maschinen- und Betriebsumzug sowie Verkauf. Bereits 2007 eröffnete Süß ein eigenes Schulungszentrum und wurde für seine Ausbildungsarbeit bereits zweimal als „Trainer des Jahres" ausgezeichnet. Auch digital bleibt das Unternehmen am Ball: Aktuell stellt Süß seine Verwaltungssoftware schrittweise auf KI-gestützte Lösungen um.

Marktführer in der Region

Nach eigenen Angaben ist Süß bei rund 95 Prozent der auf dem regionalen Markt nachgefragten Arbeitsbühnen präsent. 95 Prozent des Geschäfts macht das Unternehmen in der Region, 80 Prozent der Kundschaft sind Stammkunden. Zum internationalen Geschäft zählt aktuell sogar eine Baustelle in Neuseeland.

Steigende Kosten belasten den Mittelstand

Als große Probleme benannten die Unternehmensvertreter die Lohnkosten und deutlich gestiegene Kosten für Kraftstoff: Der Dieselverbrauch liegt bei 32.000 bis 35.000 Litern, der Preis stieg vom letzten Einkauf bei 1,30 Euro netto auf aktuell 1,55 Euro netto zzgl. Steuer. Besonders drastisch fällt die Entwicklung bei den Mautkosten aus: Diese belaufen sich mittlerweile auf rund 17.000 Euro monatlich, nachdem sich der Kilometersatz innerhalb von zwei Jahren von 0,17 Euro auf 0,34 Euro verdoppelt hat.

Kopfschütteln löst bei Süß zudem ein bürokratisches Detail aus: Maschinen, die bereits vom deutschen TÜV freigegeben wurden, müssen bei Einfahrten in Polen dort erneut geprüft werden, mit Kosten von jeweils rund 900 Euro pro Fahrzeug, ein Doppelaufwand, der innerhalb der EU eigentlich nicht nötig sein sollte.

Mein Fazit

Firmenbesuche wie dieser zeigen sehr konkret, wo unserem Mittelstand der Schuh drückt. Explodierende Mautkosten und doppelte Prüfverfahren innerhalb der EU sind keine abstrakten Themen, sondern der Alltag unserer Betriebe vor Ort. Ich nehme diese Erfahrungen aus Nabburg mit nach München und setze mich weiterhin für spürbare Entlastungen beim Bürokratieabbau ein.

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